Geschichte   


Chronologie der Ereignisse

Einen kurzen Überblick über die Ereignisse rund um das Dorf Odershausen und seine Geschichte im Fürstentum Waldeck ab dem Jahre 1300 bis heute liefert die folgende Tabelle.


JAHR W A S   D A M A L S   S O   A L L E S   G E S C H A H
1300
  • In Nieder-Wildungen beginnen die Arbeiten am Bau einer Stadtmauer. Zu den Befestigungsanlagen gehören Tore und auch Türme.
1304
  • Heinrich IV aus dem Hause Waldeck, ältester Sohn Ottos I. von Waldeck und seiner Frau Sophia von Hessen, heiratet Adelheid von Cleve.
1305
  • Heinrich IV wird Graf von Waldeck und ist damit auch Amtmann im Dienste des Erzstiftes Mainz im nördlichen Hessen und im Eichsfeld.
1309
  • Am 11. Juni gibt Graf Heinrich von Waldeck dem Stiftsherren Ludwig von Urff und seinem Bruder Heinrich von Urff ein Lehen in Orteshusen.
    In dem Lehensvertrag, der in lateinischer Sprache abgefasst ist, wird der Ort am Rande erwähnt, das allerdings zum ersten Mal überhaupt. Aus dem Vertragstext geht aber eindeutig hervor, dass die Dörfer Odershausen und Braunau schon bestehen und das schon längere Zeit.
1330
  • Oberhalb des Marktplatzes von Nieder-Wildungen beginnt der Bau einer neuen Stadtkirche, die einen spitzen Turm erhalten soll.
1349
  • In Nieder-Wildungen wütet eine schwere Pestepedemie.
1362
  • Altwildungen wird mit der Verleihung von Stadtrecht in den Kreis der Städte in der Grafschaft Waldeck aufgenommen.
1363
  • In einer Urkunde vom 8. September wird erstmals die Pfarrei in Odershausen erwähnt im Zusammenhang mit einem Pfarrer Ludwig.
1397
  • Graf Heinrich der Eiserne stirbt auf Schloss Waldeck an der Pest.
1402
  • Die Pfarrkirche in Odershausen, die sich im Besitz derer von Westerburg befindet, wird dem Johanniterorden in Wildungen übergeben. Zur Kirche gehören auch Braunau und Reinhardshausen.
1403
  • Papst Bonifatius IX. bestätigt die Übergabe der Pfarrkirche in Odershausen an das Johanniterhaus in Wildungen.

  • Conrad von Soest beginnt für die Pfarrkirche von Wildungen mit seinen Arbeiten an einem Altar. Dieser wird einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik sein.
1448
  • Die Burgmannen zu Alt-Wildungen mit dem Namen v. Becheling haben Lehnsbesitz in Odershausen.
1474
  • Aufgrund einer Erbteilung im Hause Waldeck entsteht die Grafschaft Waldeck-Wildungen.
1487
  • Am 6. August belehnt Graf Otto von Waldeck Hermann von Calenberg und seine Söhne mit Freistühlen, Gerichten und Höfen in mehreren Orten, u.a. auch in Adershausen.
1501
  • Am 25. März verkauft das Johannisstift in Mainz seine Güter in Gershausen, Nassenerfurth, Twiste und Odershausen für 225 Gulden an den Grafen Heinrich von Waldeck .
1503
  • Am 24. April wird der Erwerb des Grundeigentums in Odershausen durch den Grafen Heinrich von Waldeck dann noch einmal urkundlich bestätigt.
1532
  • In Nieder-Wildungen beginnt der erste Hexenprozess. Angeklagt ist Gertraud Muck.
1542
  • Der Schwarze Tod im Waldecker Land - in Wildungen sterben 408 Menschen an der Pest.
1554
  • In diesem und letztem Jahr sterben in Wildungen weitere 271 Menschen an der Pest.
1562
  • Am 29. Mai berichtet Pfarrer Clivius zu Odershausen über den Ehebruch der Ehefrau Gela des Adam Wetzel aus Braunau. Sie soll deshalb des Landes verwiesen werden. Da die Frau aber ihre Tat bereut und von ihrem Ehemann wieder aufgenommen wird, wird ihre Ausweisung aus Waldeck ausgesetzt.
1566
  • Von Pfingsten bis Dezember sterben in Wildungen noch weitere 563 Menschen an der Pest.
1567
  • In diesem Jahr sterben bis 14. September weitere 213 Menschen an der Pest in Wildungen.
1594
  • Es kommt zu vielen Hexenprozessen, deren Todesstrafen durch Aufängen am Galgen auf der Anhöhe vor Odershausen vollstreckt werden.
1611
  • Auf der Anhöhe vor Odershausen ("Am Köppel") muss der dort stehende Galgen aufgrund von Wind- und Wetterschäden erneuert werden.
1618
  • Der Dreißigjährige Krieg verbreitet auch in Odershausen Angst und Schrecken, Not und Elend.
1630
  • Im September wird in Nieder-Wildungen Maria Rörig der Hexerei bezichtigt und angeklagt. Sie widersteht aber der Folter.
1631
  • Im Mai endet in Nieder-Wildungen der Hexenprozess gegen Maria Rörig, die ihre Folter standhaft ausgehalten hat. Sie sagt aus: "Der liebe Gott hat mich im Gefängnis erhalten, ihm bleibe ich treu, ich bin unschuldig wie Jesus Christus." Daraufhin verfügt Graf Christian von Waldeck ihre Freilassung.
1635
  • Vom 1. bis 3. Juli wird die Stadt Nieder-Wildungen durch kaiserliche Truppen unter dem kaiserlichen Feldherrn Böninghausen gestürmt und ausgeplündert. Die feindlichen Truppen lagern besonders in und um Alt-Wildungen. Die Stadtbewohner werden misshandelt und geschlagen, 130 werden verwundet, zwei getötet.
    "Sämtliche Pferde, Kühe, Schafe, Schweine, geräuchertes Fleisch, Gerste, Hafer, Kleidungsstücke, Leinwand, Geld, Felle, Stiefel, Schuhe, Tücher uvm. wurden geraubt. Das, was nicht fortgeschleppt werden konnte: Kasten, Kisten, Türen, Schlösser wurden zertrümmert und zerschlagen, die Schweine auf der Straße erschossen. Die silbernen Ratsbecher und die goldenen Abendmahlsgeräte wurden geraubt. In den Gärten und auf den Feldern wurden alle Früchte zertreten, 'daß es ein Jammer war, und sich ein Stein in der Erde hätte erbarmen mögen!' Auch nichts ist den Bürgern übrig geblieben."
1639
  • Am 22. Juni bittet Johannes Neumann die Gräflich-Waldeckische Kanzlei darum, sein Gut in Odershausen verkaufen zu dürfen, da es ihm in diesen Zeiten unmöglich sei, drei Güter innezuhaben.
1656
  • In Nieder-Wildungen beginnt der Hexenprozess gegen Susanne Weber, eine Tochter von Maria Rörig. Sie wird schuldig gesprochen und hingerichtet.
1670
  • Der romanische Saalbau der evangelischen Pfarrkirche in Odershausen vom Ende des 12. Jahrhunderts wird erneuert. Die Kanzel trägt die Jahreszahl 1670.

  • Pfarrer Schellenberger aus Odershausen beschwert sich über den Lehrer Justus Scheffer aus Braunau, der sich hartnäckig weigert, beim Lesegottesdienst in Odershausen Lieder zu singen, obwohl das zu seinen Aufgaben gehört und die Gemeinde ihn mehrfach darum gebeten hat. Der Pfarrer fordert seine Bestrafung und wünscht sich außerdem für Odershausen einen eigenen Lehrer, damit die Kinder dort zur Schule gehen können.
1674
  • Am 28. April heiratet der Schulmeister Johann Joachim Köhler die Tochter des früheren Odershäuser Pfarrers Joh. Daniel Schellenberger. Diese Eintragung im Kirchenbuch ist der allererste Hinweis auf einen eigenen Odershäuser Lehrer.
1707
  • Am Montag, dem 27. Juni, kommt es in den Abendstunden im Bereich mit dem Flurnamen Mittelstück (nördlich der späteren Jägersburg) in Odershausen zum wiederholten Male zu einem Fall von Wilddieberei. Der Oberjäger Jacob Pfeifer ermittelt zusammen mit Kollegen in diesem frevelhaften Fall und sichert die Beweismittel in Form von Resten zweier toter Wildschweine. Der Verdacht fällt auf den Bauern Johannes Schleswig aus Odershausen und seine ganze Familie mit Frau, Sohn und Tochter. Nach Festnahme und Überstellung der Beschuldigten an die Gräflich-Waldeckische Kanzlei in Alt-Wildungen findet dann ein mehrmonatiger Prozess statt, bei dem zahlreiche Zeugen gehört werden.

  • Am 23. August, also zwei Monate nach der Festnahme der Familie Schleswig, endet der Prozess mit einer Überraschung. Weil die Beweise gegen die Schleswigs nicht ausreichen und die ermittelnden Jäger durch die eigenmächtige und eigenrichterliche Hausdurchsuchung und Festnahme ihre Kompetenzen überschritten haben, werden die Schleswigs freigesprochen und aus der Haft entlassen.
1711
1718
  • Weil es nach Abbruch des Schlosses Christiansburg in Kleinern in den Jahren 1709-1710 dem fürstlichen Hause zu Waldeck-Pyrmont an geeigneten Unterkünften für die Jagdgesellschaften fehlt, beschließt Fürst Friedrich Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont in den wildreichen Forsten des südlichen Waldecks zwischen Hundsdorf und Odershausen ein kleines Jagdschloss zu bauen.
1719
  • In diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten an dem kleinen Jagdschloss, das Jägersburg heißen soll. Der Baumeister ist Julius Ludwig Rothweil, der auch das Arolser Schloss gebaut hat. Nördlich von Odershausen im Kellerwald laden nämlich die großen Wildbestände an Rot- und Schwarzwild zum Jagen geradezu ein. Zu dem Jagdschloss selbst gehören eine kleine Domäne mit Gebäuden und ebenfalls eine Fürstliche Meierei mit dazugehörenden Ländereien.
1732
  • Im Mai wird die evangelische Kirche Alt-Wildungen nach elfjähriger Bauzeit eingeweiht. Architekt der auf Geheiß des Fürsten Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont erbauten Kirche ist dessen Hofbaumeister Julius Ludwig Rothweil.
1741
  • Bau von Meyers Scheune
1753
  • Das Salbuch, eine Art frühe Steuerakte, weist für Odershausen 28 Feuerstätten, also kleinere oder größere Bauernhöfe und Häuser aus. Außerdem werden dort noch die öffentlichen Gebäude des Ortes aufgeführt, nämlich die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule und das Hirtenhaus.
1758
  • "Debes Scheune" wird in alten Aufzeichnungen erwähnt. Sie ist Teil des Hofes von Familie Debes und wird über 200 Jahre in deren Besitz bleiben.
1759
  • In der Dämmerung des 21. Juni kommt es zu einem Raubüberfall einer Räuberhorde von ca. 70 Mann auf die Jägersburg. Die Räuberbande besetzt mit ihrem Anführer das Haus der Meierei, fesselt den Meier, seine Frau, die Kinder und das Gesinde. Alle werden geschlagen und misshandelt. Alle Fenster des Hauses werden ruiniert, das Mobiliar zerschlagen und vieles geraubt. Ein Knecht kann flüchten und Hilfe herbeiholen. Die Rotte der Räuber zieht sich nach der ruchlosen Tat in den Kellerwald zurück.
1761
  • Der aus Odershausen stammende Johann Adam Ludwig ertrinkt in der Eder. Weil das aber auf kurmainzischem Gebiet passiert ist, bergen Odershäuser Bürger den Leichnam und bringen ihn heimlich zurück auf waldeckisches Gebiet. Diese Rückholaktion fliegt jedoch auf und führt dazu, dass sich das kurmainzische Oberamt in Fritzlar massiv beim waldeckischen Amt Wildungen wegen dieser schweren Grenzverletzung beschwert und die Bestrafung der Übeltäter verlangt.
1764
  • In der Gemeinde Odershausen wird ein Schnadezug (Grenzbegang) durchgeführt. Dabei wird von offiziellen Vertretern aus Nieder-Wildungen und Odershausen sowie vielen Einwohnerinnen und Einwohnern aus Odershausen die komplette Gemeindegrenze abgegangen und die Wegstrecke protokolliert.
1770
  • Im Dorf Odershausen gibt es 28 Häuser mit zusammen 192 Einwohnern.
1792
  • In der baufälligen Kirche von Odershausen werden die Kirchenbänke ausgewechselt und durch neue ersetzt. Diese werden aber nicht mehr in der alten Reihenfolge aufgestellt, sondern im Kirchenschiff ganz anders angeordnet. Daraufhin folgt ein dreijähriger Rechtsstreit, weil Ludwig Viehmeyer, Franz Ravensburg, Georg Bremmer, Johann Müller und Heinrich Ludwig dagegen schärfsten Protest einlegen und die alte Aufstellung der Bänke verlangen. Es kommt sogar zu einem Prozess, weil sich die fünf Kläger durch einen Anwalt vertreten lassen.
1793
  • In diesem Jahr kommt es zu Grenzstreitigkeiten zwischen der Stadt Nieder-Wildungen und der Gemeinde Odershausen über den strittigen Granzverlauf bei der Wildunger Warte bei Braunau.
    Am 2. Dezember führen deshalb Vertreter der Stadt auf der einen Seite und Vertreter der Gemeinde auf der anderen Seite vor Ort an der Warte eine Besichtigng durch. Teilnehmer sind dabei der Nieder-Wildunger Bürgermeister Stracke, Ratsmitglied Anton Knoll, Gemeinds-Vorsteher Heinrich Schalk, der Hirte Adam Hotzfeld, der Schäfer Adam Kappel und zwei Revierförster (alle von Nieder Wildungen) und der Grebe (Bürgermeister) Marcolph von Odershausen, die Vorsteher Christoph Wagener und Johs. Thielemann, der Gemeinds-Mann Heinrich Debes, Franz Ravensburg, Heinrich Zwick und Johannes Kraft (alle von Odershausen).
    Bei dieser Besichtigung werden nun die Beteiligten vernommen und abschließend der Grenzverlauf neu festgelegt. Dazu werden 8 Grenzsteine ganz neu gesetzt, die Blutsteine Nr. 11 und Nr. 12 werden an gleicher Stelle neu eingegraben. Der Grenzstein im Kohlgraben wird gelassen, ein zweiter  beschädigter Grenzstein wird ausgewechselt. Zuletzt werden noch Verhaltensregeln für die Odershäuser Landwirte festgelegt, die das Weiden des Viehs, das Pferchen (Errichten von Zäunen) und das Entrichten der Pacht betreffen.
1794
  • Am 18. März kann Konsistorialpräsident Schumacher endlich den Rechtsstreit um die Verteilung der Kirchenbänke in der Odershäuser Kirche beenden. Er schlägt vor, die Verteilung der Kirchenbänke so vorzunehmen, dass jeder, der vorher Bänke hatte, sie nun möglichst nahe ihrer alten Lage erhalten soll und die restlichen Bänke zum Vorteil der Kirche gegen Meistgebot veräußert oder aber verlost werden. Die fünf Kläger nehmen seinen Vorschlag an.
1801
  • Am 11. November beschwert sich die Gemeinde Odershausen bei der Forstbehörde in Arolsen darüber, dass der Staat versucht, in den gemeindeeigenen Forstrevieren die Waldbußen zu erheben, die bisher aber ausschließlich den Gemeinden zustanden.
1803
  • Am 20. Januar wird in einer endgültigen Entscheidung dann bestätigt, dass die Gemeinde Odershausen das alleinige Nutzungsrecht an den gemeindeeigenen Forstrevieren hat.
1812
  • In Waldeck wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.
1824
  • Am 19. September wird der neue Pfarrer Heinrich August Hoffmann als Nachfolger des verstorbenen Odershäuser Pfarrers Christoph Ludwig Friedrich Strube in der Gemeinde eingeführt.

  • In den Abendstunden des 11. Novembers kommt der neue, noch ortsunkundige Odershäuser Pfarrer Hoffmann bei einer Fahrt mit der Kutsche von seiner ehemaligen Gemeinde Mühlhausen nach Odershausen vom Wege ab und stürzt zusammen mit seinem Knecht und der Kutsche am Sonderrain über die felsige Klippe 70 m tief ins Helenental.
    Pfarrer Hoffmann ist der Pate von August Heinrich Hoffmann, bekannt als Hoffmann von Fallersleben (* 2. April 1798 in Fallersleben, Dichter des "Liedes der Deutschen", des Deutschlandliedes - der deutschen Nationalhymne).
    Bei diesem tragischen Unfall am Sonderrain kommt Pfarrer Hoffmann zu Tode. Er wird am 14. November auf dem Friedhof von Nieder-Wildungen beigesetzt.
1828
  • Am 13. Juli findet im Auftrag des Konsistoriums in Arolsen eine Kirchen- und Schulvisitation in Odershausen statt. Ein Kircheninspektor des Oberamtes der Eder begutachtet dabei die Arbeit des Pfarrers Scholl und auch des Lehrers Wagner. An der Arbeit von beiden hat er nichts auszusetzen.
1830
  • In den Vormittagsstunden des 26. Augusts begeht die Gemeinde Odershausen nach 66 Jahren wieder ihren "Schnadezug". Dabei handelt es sich um einen alten, seit Jahrhunderten bestehenden Brauch der Grenzbegehung, also um eine Umgehung der Gemarkungsgrenzen mit einer größeren Personengruppe. An diesem Grenzbegang haben die männlichen Jugendlichen und Erwachsenen der Einwohnerschaft teilzunehmen. Zusätzlich gehen auch Amtspersonen mit, denn es handelt sich beim Schnadezug um einen hoheitlichen Akt, zu dem der Vorstand des Ortes einlädt.
    Nach einem gemeinsamen Frühstück im Wirtshaus (Haus der Bachdebes) nimmt dann der Zug morgens um 9.00 Uhr seinen Anfang und orientiert sich anschließend im Fortgang immer an den Grenzsteinen und natürlichen Landschaftsmarken. Auf der Jägersburg wird eine ausgiebige Rast eingelegt, bei der es Wildbret, Kalbs- und Schweinebraten, Torten und Bisquits und auch Wein gibt. Der Zug endet dann wieder an seinem Ausgangspunkt.
1834
  • Odershausen hat 272 Einwohner.
1836
  • Das zweistöckige Schulgebäuder direkt neben der Kirche hat einen Schulraum, eine kleine Wohnung und einen Stall. Der Wohnraum ist sehr beengt und besteht nur aus zwei kleinen Stuben, einer Neben- und einer Räucherkammer. Die Küche ist im Hausflur.

  • Am 8. November schließen der Jüngling Tobias Debes (Bachdebes) von Odershausen und die Jungfrau Christiane Münch von Bringhausen einen Ehevertrag ab. Dieser soll alle Belange ihrer  Ehe, die Aussteuer und auch die Vorgehensweise im Sterbefall regeln.
1840
  • Odershausen hat 274 Einwohner.
1841
  • Am 30. Januar wird den Brüdern Wilhelm und Friedrich Meißner von der Waldeckischen Regierung und dem Oberamt der Eder die Genehmigung erteilt, in Odershausen auf der Jägersburg eine Fabrik zum Weben von Baumwolle zu eröffnen.
1846
  • Odershausen hat 293 Einwohner.
1850
  • Nieder-Wildungen wird im Land Waldeck Kreisstadt des Kreises der Eder.

  • In der Kreis- und Gemeindeordnung vom 27. April wird festgelegt, dass das Fürstentum Waldeck in vier Kreise eingeteilt wird. Odershausen gehört zum Kreis der Eder.
    Außerdem wird dort in §4 festgelegt, dass in den waldeckischen Gemeinden nach demokratischen Richtlinien Gemeinderäte zu wählen sind. Nach der Aufstellung der waldeckischen Regierung ist der erste frei gewählte Bürgermeister von Odershausen Heinrich Syring.

  • An der Südseite des Schulgebäudes neben der Kirche wird ein Stall angebaut. Der bisherige Stall wird zur Küche und Speisekammer umfunktioniert.
1852
  • Odershausen hat 303 Einwohner.
1854
  • Am Pärrnerweg (Hausnummer 7) wird ein Pfarrhaus erbaut. Dabei werden die Grundmauern des Vorgängerbaus genutzt, der bereits abgerissen wurde. Das Gebäude des Pfarrhauses ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus in Rähmbauweise auf Natursteinkellerwerk. Der Pfarrer nutzt es als Wohnhaus und Landwirtschaftsgebäude, weil er zur Deckung des Lebensunterhaltes zusätzlich noch Landwirtschaft betreiben muss. Im Garten steht als Nebengebäude die Pfarrscheune.
1858
  • Odershausen hat 286 Einwohner.
1860
  • Die Meierei und die anderen Gebäude um die Jägersburg verfallen immer mehr. Sie werden auf Abbruch an die Firma Kirchner & Menge aus Arolsen verkauft, die das Material in ihrem Schieferbruch verwenden will, der sich in der Nähe auf dem Hahnberg befindet.
1862
  • Waldeck schließt mit Preußen eine Militärkonvention, das heißt einen Vertrag.

  • Die Jägersburg, das eigentliche Jagdschloss selbst, wird von dem Apotheker Conrad Feldmann aus Bad Wildungen erworben. Im Winter 1862 und im Jahr 1863 lässt dieser das Gebäude abtragen und in der Brunnenallee in Villenform wieder aufbauen. Aus dieser Villa mit der Hausnummer Brunnenallee Nr. 7 entsteht dann im Laufe der Zeit durch Erweiterungsbauten das Hotel Zimmermann.
1863
  • Das romantische Jagdschloss Jägersburg ist endgültig verschwunden, obwohl es wegen seiner soliden Bauart aus starkem Eichenholz wohl noch manches Jahrzehnt Sturm und Wetter getrotzt hätte. Die einst wohlgepflegten Gärten verwildern. Das Gelände mit seinen alten, vermoosten Obstbäumen, den ungepflegten Hecken und durchwühlten Mauerresten macht einen trostlosen und traurigen Eindruck. Der Aberglaube in der Bevölkerung führt jedoch dazu, dass nach einem sagenhaften Schatz in den Resten der Jägersburg oft und vergeblich gegraben wird.
1864
  • Odershausen hat 291 Einwohner.
1866
  • An der Ostseite des Schulgebäudes neben der Kirche wird ein Klassenraum angebaut. Der darunterliegende Keller dient als Kuh- und Schweinestall.

  • Der Obrist-Lieutenant a.D. von Thalbitzer widmet seiner hochfürstlichen Durchlaucht, dem regierenden Fürsten von Waldeck und Pyrmont Georg Victor erfurchtsvoll seine farbige Niveaukarte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont samt der Hessen-Darmstädtischen Enclaven Herrschaft Itter, Eimelrode, Höringhausen im Maaßstabe 1:100.000.
1874
  • Der Maurer Heinrich Syring gründet in Odershausen im Haus an der Koppe 44 einen Baubetrieb und beschäftigt zwei bis fünf Maurer.
1875
  • Odershausen hat 289 Einwohner.
1879
  • Am 8. Mai wird in Wellen Wilhelm Mann als Sohn des Landwirts Georg Mann geboren.
1885
  • Odershausen hat 294 Einwohner.
1886
  • Im Juni findet die Gründungsversammlung des Männergesangverein 1886 Odershausen statt. Dirigent und Vereinsvorsitzender wird Lehrer Caccia.
1888
  • Johannes Christian Syring, der Sohn eines Dielenschneiders und Wirts, errichtet im Alter von 24 Jahren mit seinem Erbteil das Haus "Am Stückfeld 1". Nach der Hochzeit mit seiner Frau Katharina richtet er dort eine Schreinerei ein und eröffnet außerdem noch den Odershäuser Colonialwarenladen.
1890
  • Pfarrer August Koch, geboren am am 10. Januar 1857, veröffentlicht sein berühmtes Heimatlied "Mein Waldeck", das bekannte Waldecker Lied. Dieses gilt bis heute als Nationalhymne aller Waldeckerinnen und Waldecker.

  • Der Männergesangverein 1886 Odershausen feiert sein erstes Sängerfest. Dazu wird in Gemeinschaftsarbeit der Festplatz auf der Koppe hergerichtet und auch eine Vereinsfahne angeschafft.

  • In Odershausen beginnt die Bebauung entlang der Wildunger und der Marburger Straße.
1891
  • Am 22. Februar wird durch Odershäuser und Braunauer Bürger der "Braunauer Spar- und Darlehnskassenverein" gegründet. Einen Monat später wurde diese Genossenschaft durch das Fürstlich Waldeckische Amtsgericht zu Nieder Wildungen in das Genossenschaftsregister eingetragen.

  • Das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr wird am Pärrnerweg gegenüber dem Pfarrhaus gebaut.
1892
  • Die im vergangenen Jahr eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung (eGmuH) hat bereits 49 Mitglieder.
1894
  • Fürst Friedrich Adolf Hermann von Waldeck-Pyrmont heiratet Prinzessin Bathildis zu Schaumburg-Lippe.
1895
  • Odershausen hat 319 Einwohner. Alle sind evangelisch.
1896
  • Das Wasser des Atzelborns ("Atze" - altdeutsch Wasserort) ist leider nicht mehr genießbar. Der Atzelborn ist der älteste Brunnen in Odershausen. Deshalb wird nun mit der Plaung und Finanzierung einer Wasserleitung begonnen. Bis dahin war es Brauch im Dorf, gerade für die Bewohner des Oberdorfes, sich das Wasser zum Kochen und für den Haushalt zu Fuß vom Atzelborn zu holen.
1898
  • Auf dem Auenberg nahe Odershausen wird ein 20 m hoher hölzener Aussichtsturm errichtet und feierlich seiner Bestimmung übergeben.
1899
  • Am 16. Oktober kommt der Schulamtskandidat Wilhelm Mann an die Schule von Odershausen.
1901
  • Am 3. Juni billigt der Gemeinderat von Odershausen einstimmig den Grenzänderungsvertrag mit der Nachbargemeinde Braunau.
1902
  • In Nieder-Wildungen wird am oberen Ende der Brunnenallee das Luxushotel "Hotel Fürstenhof" als imposanter schlossartigen Bau im Stil des Neobarock errichtet.
1905
  • Odershausen hat 349 Einwohner.
1906
  • Nieder-Wildungen wird als Heilbad von europäischem Rang in Bad Wildungen umbenannt. Die bis dahin zur Wasserversorgung der Bewohner der Altstadt an verschiedenen Stellen genutzten künstlichen Wasserreservoirs (runde Becken, im Wildunger Dialekt "Kump" genannt) werden außer Betrieb genommen. Es wird nun eine richtige Wasserleitung errichtet, samt Kanalisation und Kläranlage.
1910
  • In Odershausen wird am 6. August der Schützenverein Odershausen 1910 e.V. gegründet. Die Gründungsmitglieder sind Johannes Viehmeier, Heinrich Schaumburg, Karl Schäfer, Ludwig Viehmeier, Andreas Ludwig, Wilhelm Wollmert, Jacob Schweinsberg. Zum ersten Vorsitzenden wird Daniel Schaumburg gewählt. Die Aufnahmegebühr beträgt 1 Mark, der Monatsbeitrag 20 Pfennige. Für Zwischenrufe wird ein Strafgeld von 20 Pfennigen erhoben.

  • Odershausen hat 349 Einwohner.
1911
  • In Odershausen ist die alte Schule neben der Kirche zu klein geworden. Außerdem müssten an ihr dringend Reparaturen durchgeführt werden. Der Gemeinderat und der Schulvorstand beschließen deshalb den Bau eines neuen Schulgebäudes am Braunauer Weg (heute Marburger Straße). Das Gebäude soll einen großen Schulsaal, eine Lehrerwohnung und im Keller sogar Duschen für die Kinder und die Dorfbevölkerung besitzen.
1912
  • Am 23. März führt das Landesdirektorium, die von Preußen geführte oberste waldeckische Verwaltungsbehörde, eine Schulvisitation in Odershausen durch. Bewertet werden die Arbeit des Lehrers Wilhelm Mann und der Lehrerin Christine Viehmeier beim Unterrichten der 63 Kinder (35 Mädchen und 28 Jungen) der Ober- und Unterstufe, der Zustand der Räume und Lehrmittel und auch der Zustand der Lehrerwohnung. Der Kreisschulaufseher Bickhard beurteilt die Schule in Odershausen lediglich mit der Gesamtnote "befriedigend".

  • Der Schützenverein Odershausen feiert sein erstes Schützenfest. Heinrich Malkus wird erster Schützenkönig des Vereins.

  • Die Arbeiten am neuen Schulhaus an der Marburger Straße gehen zügig voran. Sie werden von Maurermeister Johannes Syring und anderen einheimischen Handwerksmeistern durchgeführt.

  • Nachdem von der Domanialverwaltung auf dem Gelände der Jägersburg alte verwilderte Hecken und struppige Bäume rigoros abgeholzt wurden, um angeblich bessere Voraussetzungen für eine Verpachtung zu schaffen, legt der Waldeckische Bund für Heimatschutz dagegen Einspruch ein. Dieser fordert die Bevölkerung zu Spenden zur Pflege dieses historischen Platzes auf.

  • Am 17. November wird in Bad Wildungen im Speisesaal des Hotels Zimmermann unter dem Namen "Lichtspielhaus Central-Theater" der erste Film vorgeführt. Das Gebäude Brunnenalle Nr. 7 geht ursprünglich auf das Jagdschloss Jägersburg zurück, aus dessen Materialien es erbaut wurde.
1913
  • Am 14. Januar wird die neue Schule an der Marburger Straße feierlich eingeweiht. Wie geplant beinhaltet das Gebäude einen großen Schulraum mit darunter installierten Duschen und daneben ein Lehrerwohnhaus. Der Schulhof wird im Norden von einem freistehenden Gebäude begrenzt, das als Stall und Scheune dient. Die Baukosten einschließlich Inneneinrichtung belaufen sich auf 26140 Mark.
1914
  • In der Wildunger Straße 38 erbauen Familie Ludwig zusammen mit Caroline Viehmeier ein Gebäude zur landwirtschaftlichen Nutzung.
1915
  • In Odershausen beginnt die Versorgung mit elektrischem Strom.
1917
  • Der hölzerne Aussichtsturm auf dem Auenberg stürzt ein, nach noch nicht mal 20 Jahren nach seinem Bau.
1919
  • Der Schießstand des Schützenvereins wird von der Gasse (Rottlandweg) in die Sandgrube auf dem Köppel verlegt.
1920
  • In Odershausen wird der TSV 1920 Odershausen e.V. gegründet, der erste Turn- und Sportverein im Ort. Schwerpunkt der Vereinstätigkeit ist das Turnen. Es wird im Freien an Barren und Reck getrurnt.
1921
  • Die Firma Lanz bringt den ersten Lanz-Bulldog auf den Markt, den Rohölschlepper HL12. Dieser mit kostengünstigem Rohöl betriebene Bulldog ist im Alltag gegenüber dieselbetriebenen Traktoren zuverlässiger.
1922
  • Der ursprüngliche Kirchturm der Odershäuser Kirche in Form eines "Dachreiters" mitten auf dem Kirchenschiff wird entfernt und durch einen Turm ersetzt, der an das Kirchenschiff angebaut wird. Dieser bildet mit seinem unteren Teil den Eingangsbereich der heutigen Kirche.

  • Der TSV 1920 Odershausen e.V. sorgt dafür, dass im Saal Wollmert die Decke höher gelegt wird, so dass auch die Riesenfelge am Reck und der Handstand am Barren geturnt werden können. In den Sommermonaten wird auch Leichtathletik betrieben.
1924
  • Der TSV 1920 Odershausen e.V. veranstaltet auf der Koppe das erste Turnfest. Aus dem Erlös schafft der Verein Geräte an, weil es von keiner Seite Zuschüsse gibt.
1925
  • Bei der amtlichen landwirtschaftlichen Zählung in Odershausen werden 88 Häuser, 45 Pferde, 298 St. Rindvieh, 2 Schafe, 460 Schweine, 63 Ziegen, 1008 St. Federvieh, 13 Bienenstöcke und 1020 Obstbäume erfasst.

  • Odershausen hat 409 Einwohner.

  • Der Schützenverein Odershausen 1910 e.V. feiert sein zweites Schützenfest. Jean Melwig wird dabei Schützenkönig.
1926
  • Vereinsmitglieder des TSV Odershausen führen im Dorf eine Spendensammlung durch. Diese erbringt die stolze Summe von 800 Reichsmark, ein Beweis dafür, wie eng sich die Dorfbevölkerung mit ihrem TSV verbunden fühlt.
1927
  • Die große alte Einzylinder-Dampfmaschine mit der Bezeichnung "Lokomobile" wird von der Firma Buckau & Wolf im Auftrag von Lanz Mannheim gebaut. Diese Dampfmaschine wird bis heute im Museum ausgestellt und regelmäßig im Betrieb unter Dampf vorgeführt.

  • Odershausen gehört zum Amtsgericht Bad Wildungen und zum Finanzamt Korbach.
1929
  • Am 1. April wird das Fürstentum Waldeck Bestandteil von Preußen.

  • Am 8. April veröffentlicht der deutsche Schriftsteller und Dichter Erich Kästner in der Zeitung "Montag Morgen" sein Gedicht "Waldecker Opposition". Grund dafür ist Vereinigung des ehemals freien und selbständigen Fürstentums Waldeck-Pyrmont mit Preußen.
1932
  • Auf dem süd-westlich von Odershausen gelegenen 611 m hohen Auenberg errichtet das Reichsamt für Flugsicherung einen 22 m hohen Gittermast als Leuchtturm zur Befeuerung der Nachtflugstrecke Frankfurt-Hannover.
1933
  • Das Dorf Odershausen hat 453 Einwohner.

  • Der Odershäuser Posaunenchor wird gegründet. Erster Chorleiter ist Heinrich Kraft.
1934
  • Der Leuchtturm auf dem Auenberg sorgt mit seinem am Himmel kreisenden Lichtstrahl zur besseren Orientierung für die Flugzeuge, die nachts von Frankfurt nach Berlin fliegen.

  • Die Freiwillige Feuerwehr Odershausen wird gegründet. Erster Brandmeister ist Maurermeister Wilhelm Syring.
1936
  • Am 20. Juli  macht Medizinalrat Dr. Finckh vom Gesundheitsamt des Kreises der Eder einen Rundgang durch Odershausen. In seinem Bericht erwähnt er den Beginn der Baumaßnahmen an einer gedeckten Straßenkanalisation. Er bemängelt mehrere "ärmliche Quartiere" und Miststätten, die nicht den baupolizeilichen Vorschriften entsprechen. Er begutachtet die einzige Übernachtungsmöglichkeit für Fremde, nämlich die Wirtschaft Helenental, eine weitere Wirtschaft, ein Schlachthaus, drei Kolonialwarenläden, einen Sportplatz, den Friedhof und eine Meldestelle vom Roten Kreuz. Bei dieser Visitation schneidet Odershausen wesentlich besser ab als die Nachbargemeinden.
1937
  • Der Schießstand des Schützenvereins wird von der Sandgrube auf dem Köppel an die Koppe verlegt.
1938
  • In Bad Wildungen beginnt der Bau von über zehn Luftschutzbunkern. Das Oberkommando der Luftwaffe soll nämlich dorthin verlegt werden, weil wegen der Kliniken des Badeortes Bad Wildungen auch als Lazarettstandort geeignet erscheint.
1939
  • Odershausen hat 471 Einwohner.
1940
  • Am 1. Mai wird Altwildungen in die Stadt Bad Wildungen eingemeindet.
1942
  • Karl Knüppel wird, einem uralten Brauch folgend, als Fünfjähriger von seinem Großvater am Ostersonntag zum Atzelborn geschickt, um dort "Osterwasser" zu holen. Nur den Kindern, die unter 10 sind, wird diese besondere Aufgabe übertragen, weil nur dann das Wasser des Atzelborns heilende und stärkende Wirkung besitzt.
1944
  • Es ist etwa 7.30 Uhr am nebelig-trüben Morgen des 1. Novembers als ein dumpfer Knall aus Richtung Auenberg die Dorfbevölkerung aufschreckt. Eine deutsche Focke-Wulf 190, die im Raum Ziegenhain-Treysa-Allendorf kurz vorher in einen Luftkampf zwischen deutschen und englischen Jagdfliegern verwickelt war, stürzt etwa 200 m oberhalb der Reisner Buche in gerader Linie zum Auenberg ab. Der junge Jagdflieger kommt dabei zu Tode. Er wird anschließend in der Odershäuser Kirche aufgebahrt und später von Luftwaffensoldaten in einem Wehrmachts-LKW abgeholt.
1945
  • Am 29. März stoßen die ersten amerikanischen Truppen auf Bad Wildungen vor. Die einzige Bombe, die in der Stadt niedergeht, schlägt nachts in das Stadtkrankenhaus ein. Glücklicherweise bleibt sie als Blindgänger im Keller stecken.

  • Einen Tag später, am Karfreitag dem 30. März, fahren amerikanische Panzer in Odershausen ein. Das Gasthaus "Zum Helenental" und einige Privathäuser werden beschlagnahmt und von den Besatzungstruppen benutzt. Am nördlichen Dorfende Richtung Braunau wird eine kleine Start- und Landebahn für Aufklärungsflugzeuge angelegt.

  • Nach Kriegsende kommen die beiden Brüder Alois und Alfons Petri in die Gegend. Sie suchen ein Grundstück, um darauf eine Tabakfabrik zu bauen. Die Gemeinde Odershausen bieten ihnen ein Grundstück am Eichenköppel an. Schon bald wird darauf eine Werksbaracke errichtet und noch vor Weihnachten mit der Produktion von Krüllschnitt-Tabak angefangen.
1946
  • In der Gemeinde Odershausen gibt es noch 72 Bauern, die Milch liefern und die somit als offizielle Milchlieferanten geführt werden. Das sind Heinrich Zwick, Wilh. Syring, A. Hucke, Heinr. Schaumburg, Marie Debes, Wilhelm Kraft, Reuter - Staffel, Reinh. Schaumburg, Erwin Viehmeier, Christian Melwig, Georg Schween, Fritz Heinzemann, Friedrich Sachse, Johannes Schüßler, Ernst Knasper, Willi Linke, Konrad Viehmeier, Wilhelm Wollmert, Heinrich Reuter, Fritz (Werner) Syring, Wilh. Syring (Maurerm.), Wilh. Berthold (Carl Zwick), K.-H. Groß (Ad. Jäger), Johannes Syring, Heinr. Ködding (Wagener), Wilh. Syring (Mirersch), Karl Meier, Fritz Syring, Wilhelm Groß, Heinrich Debes, Heinrich Stiehl, Karl (Reinhard) Knüppel, Adam Schaumburg, Heinrich Rabe, Wilhelmine Melwig, D. Kraft - Bredemeier, Heinrich Debes I., Heinrich (Walter) Viehmeier, Heinr. (Herbert) Schaumburg, Heinr. (Christian) Syring, Heinr. (Wilfr.) Ulrich, Karl Ulrich (Leni Kondner), Willi Braun, Marie (Heinr.) Wollmert, Walter Sorge, Ludwig Viehmeier, Heinrich Helmetag, Karl Reuter, Friedr. (Karl) Kraft, Adam Gimbel, Christian Debes, Frieda Hauf geb. Debes II., Friedrich Kraft, Horst Schade, Heinrich Heintzemann, Friedrich Wagener, Karl Viehmeier, Christian Daude, Heinrich Stremme, Ludwig (Erich) Syring, Heinrich Syring, Wilh. Mette - Hr. Ravensburg, Heinrich Michel, Heinrich Kontner, Karl Syring, Wilhelm Mette, Konrad Kramer, Hans Wickert, Adam Bremmer, Johannes Bremmer, Johannes Wollmert, Fritz Bremmer.

  • Odershausen hat 690 Einwohner.
1948
  • Am 22. Februar wird der Gemischte Chor Odershausen gegründet. Der erste Chorleiter ist Karl Heinz Bernhardt.

  • Die Geschäfte der Brüder Petri im Tabakwerk am Eichenköppel laufen trotz der Währungsreform prächtig.

  • Am 30. September geht nach fast 50-jährigem Wirken in Odershausen der Lehrer Wilhelm Mann in den wohlverdienten Ruhestand.
1949
  • Die Brüder Petri bauen auf dem Eichenköppel die erste massive Werkshalle. Nachdem auf dem Markt Tabakrohmaterial gut zu bekommen ist, wird im Werk mit der Produktion von Zigaretten begonnen.

  • Odershäuser Landwirte kaufen zusammen eine Dreschmaschine von der Firma Carl Geringhoff aus Ahlen/Westfalen und gründen eine Dreschgenossenschaft.
1950
  • Am 26. Februar feiert der Gemischte Chor Odershausen die Premiere der Operette "Heimatliebe". Dazu gibt es viel Beifall.

  • Odershausen hat 694 Einwohner.

  • Der Bäckermeister Fritz Wilke aus Eimelrod eröffnet zusammen mit seiner Ehefreu Martha eine Bäckerei im Plankenweg Nr. 6 in Odershausen. Dazu kauft er die Scheune der Familie Lesch an dieser Stelle und baut sie zu einem Wohnhaus mit Backstube und Verkaufsladen um.
1951
  • Die amerikanische Luftwaffe muss den Fliegerhorst Fritzlar an die französische Luftwaffe abgeben. Als Folge davon erhöht sich das Flugaufkommen im Bereich des kleinen "Flugplatzes" bei Odershausen. Die beiden rechtwinklig zueinander angeordneten Flugpisten liegen nahe des Ortsausgangs Richtung Braunau in nord-südlicher und ost-westlicher Richtung auf freiem Feld.
1952
  • Am 12. Juli wird der "Braunauer Spar- und Darlehnskassenverein" in "Raiffeisenkasse Braunau-Odershausen" umbenannt.

  • Beim Funkkonzert des Hessischen Rundfunks ist im Radio das Lied "Komm zurück" des Gemischten Chores Odershausen zu hören.
1954
  • Der Schützenverein Odershausen 1910 e.V. wird nach dem Krieg neu gegründet. Erster Vorsitzender wird Ernst Huhnstock.
1955
  • Die für den Flugplatz in Odershausen enteigneten Grundstücke werden an die Grundstücksbesitzer zurückgegeben. Diese müssen aber die Startbahnen aus Gitterrosten, Beton und Teer in Eigenleistung selber entfernen, bevor sie ihre Ländereien wieder nutzen können.

  • Am 6. Juni genehmigt der Hessische Minister des Innern die Flagge für die Stadt Bad Wildungen mit folgender Beschreibung: "In einem von Schwarz und Gold geteilten Feld oben vorne in Schwarz ein goldener achtstrahliger Stern."
1956
  • Die Kirche in Odershausen wird umfangreich renoviert. Die Sakristei wird entfernt und der Chorraum erhält nun eine Decke im gotischen Stil.

  • Odershausen hat 584 Einwohner.

  • Der Unternehmerkreis um Willy Kraus erwirbt das ehemalige Tabak-Werk am Eichenköppel. Dort werden für die ebenfalls zur Firmengruppe gehörenden Metzler AG und Correcta GmbH Folien und Porstamidplatten hergestellt.
1958
  • Der Schützenverein Odershausen baut den Festplatz an der Koppe aus.
1959
  • Für das der Gemeinde Odershausen gehörende Gelände "Am Köppel" (Eichenköppel), nördlich des Odershäuser Ortskerns, wird ein Bebauungsplan aufgestellt.

  • Unterhalb der Kirche am Dörnbachweg wird aus grauen Steinen ein Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege aus der Gemeinde Odershausen gebaut.

  • Nur ganz wenige Privathaushalte können sich einen eigenen Kühlschrank und noch weniger einen eigenen Gefrierschrank leisten. Deshalb wird im Ort eine Gefriergemeinschaft gegründet. Diese pachtet neben dem Feuerteich am Dörnbachweg ein kleines städtisches Grundstück und baut darauf ein kleines Kühlhaus, nämlich die Mammut Gemeinschafts-Gefrieranlage der Lölsch-Fölzer-Werke AG Siegen. Für Planung, Montage und Kundendienst ist "Lahn-Kälte", Wezel&Co aus Biedenkopf an der Lahn zuständig. Die Kühlung der einzelnen Gefache erfolgt mit Hilfe von zwei Kälteanlagen, einer größeren für 60 Gefache und einer kleineren Erweiterungsanlage für 11 Gefache. Daneben gibt es auch einen zusätzlichen Vorkühlraum im Gebäude. Der erste Vorsitzende der Gefriergemeinschaft ist Heinrich Knüppel, der Geschäftsführer ist Wilfried Ulrich.
1960
  • Im Süden von Odershausen auf dem Hain pachtet der TSV 1920 Odershausen ein Grundstück von der Kirchengemeinde und legt darauf einen neuen Sportplatz an.

  • Die "Gefriere", das Gemeinschaftskühlhaus im Ort, nimmt den Betrieb auf. Die Familien der Mitglieder der Gefriergemeinschaft können ab jetzt gegen eine Jahresgebühr im persönlichen Gefrierfach ihre tiefgekühlten Lebensmittel lagern.

  • Das Folienwerk am Eichenköppel wird zu "Ylopan" und vertreibt seine Produkte nun unter diesem Namen.
1961
  • Das Neubaugebiet am Eichenköppel, das eine Fläche von ca. 8000m² umfasst, wird bebaut. Die meisten Häuser werden als Flachdachbungalows gebaut, die als modern und schick gelten.

  • Odershausen hat 609 Einwohner.
1964
  • Der Schützenverein Odershausen beschließt, ein Schützenhaus auf dem Gelände an der Koppe zu bauen. Die Pfarrscheune wird abgerissen und der Erlös für die Errichtung des ersten Bauabschnitts verwendet.
1966
  • Die Freiwillige Feuerwehr Odershausen bekommt ihr erstes Feuerwehrauto.
1967
  • Der Stall und das Wohnhaus der Familie Meyer werden im Rahmen der Althofsanierung erneuert.

  • Odershausen hat 729 Einwohner.
1968
  • Der Bürgermeister von Odershausen ist Alfred Hucke. Die beiden Beigeordneten sind Heinrich Schaumburg und Karl-Heinz Reuter. Der ehrenamtliche Kassenverwalter ist Heinrich Knüppel, der Wassermeister Wilhelm Schaumburg und der Ortsdiener Willi Daude.
    Die Interessen der Bürgerschaft liegen in den Händen der Gemeindevertretung mit neun Mitgliedern, dem Vorsitzenden Karl Debes, Margarete Fisch, Heinrich Löwer, Gerda Müller, Heinrich Ravensburg, Walter Syring, Willi Braun, Heinrich Viehmeier und Friedrich Wagner.

  • Der Schützenverein Odershausen trägt auf der neuen Anlage an der Koppe die ersten Kreismeisterschaften aus.
1969
  • Der alte, 22 m hohe Gittermast auf dem Auenberg, der ursprünglich als Leuchtturm zur Befeuerung der Nachtflugstrecke Frankfurt-Hannover diente, wird mit Hilfe des THWs abgebaut. Das Radar ist nämlich mittlerweile so gut weiterentwickelt, dass der Turm überflüssig geworden ist. Zuletzt diente er nach dem Entfernen der Leitern sowieso nur noch der Odershäuser Dorfjugend als Kletterobjekt bei Mutproben.

  • Fünf junge Musiker -  Adolf Syring (Akkordeon), Walter Schäfer (Saxophon), Heinrich Rabe (Schlagzeug), Max Jerzyk (Trompete), Wolfgang Cramer (Bassgitarre) - treffen sich regelmäßig, um zusammen Musik zu machen und gründen die Schlagerband "Sunnies". Auf Hochzeiten, bei Karnevalsveranstaltungen, beim Tanz in den Mai, bei Familien- und Betriebsfeiern sorgen die Sunnies für gute Stimmung.
1970
  • Im Frühjahr finden Gespräche der Bürgermeister von Armsfeld, Bergfreiheit, Hundsdorf, Braunau und Odershausen darüber statt, sich zu einer neuen Gemeinde zusammenzuschließen. Grund dafür ist die Aufforderung der hessischen Landesregierung, durch Zusammenschluss oder durch Anschluss an größere Gemeinden leistungsfähigere Verwaltungen zu schaffen. Die Gespräche führen aber zu keinem Ergebnis.

  • Herbert Viehmeier eröffnet zusammen mit seiner Frau Gisela in der Wildunger Straße das "Cafe Roseneck". Recht schnell macht sich das Ehepaar Viehmeier mit guter Küche, schmackhaften Kuchen, Waffelspezialitäten und aufmerksamem Service einen guten Namen. Sonntagvormittags trifft man sich im Roseneck zum Stammtisch beim Knobeln, Quatschen, Lästern und Zechen.

  • Der TSV 1920 Odershausen feiert sein 50-jähriges Jubiläum.
1971
  • Die Odershäuser Gaststätte Wollmert feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Der Name "Gastwirtschaft Wollmert" wird in "Zur Jägersburg" geändert.

  • Der TSV Odershausen legt den Grundstein für ein vereinseigenes Sportheim auf dem Grundstück Ecke Plankenweg/Junkerweg. Willi Braun wird zum Vereinsvorsitzenden gewählt.
1972
  • Am 1. Januar wird Odershausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen der Stadt Bad Wildungen eingemeindet. Damit verliert Odershausen seinen jahrhundertealten Status als rechtlich selbständige, eigenverantwortlich handelnde Gemeinde. Der letzte Odershäuser Bürgermeister Alfred Hucke verliert sein Amt und ist nur noch der Ortsvorsteher. Die Akten und Amtsbücher von Odershausen gelangen in den Besitz des Bad Wildunger Stadtarchivs.

  • Odershausen erlangt das Prädikat "Staatlich anerkannter Erholungsort".

  • Die Scheune auf dem Grundstück Wildunger Straße 38 am Ortseingang von Odershausen wird zu einem Restaurant umgebaut. Die Familie Stachler pachtet das Restaurant, gibt ihm den Namen "Bulgaria"und bietet dort bulgarische Spezialitäten an.

  • Die Stadt Bad Wildungen ist bemüht, durch den Bau einer Umgehungsstraße den Durchgangsverkehr durch die Stadt deutlich zu reduzieren und damit zu entlasten. Die Pläne einer Nordumgehung werden aber wieder verworfen und eine Südumgehung bevorzugt.

  • Die Gemeinde Odershausen erwirbt schräg gegenüber dem Sportheim ein Grundstück am Junkerweg für die Anlage eines neuen Sportplatzes.
1973
  • Am 17. März wird die Einweihung des Sportheims des TSV Odershausen gefeiert. Das Material für den Bau stellen die Gemeinde Odershausen und die Stadt Bad Wildungen. Die meisten Arbeiten werden in Eigenleistung erbracht.
1974
  • Karl und Erna Meyer geben ihre Landwirtschaft auf.

  • Das Pfarrhaus am Pärrnerweg 7 wird an Familie Schäfer verkauft, die es modernisiert und renoviert.
1975
  • Am 16. April wird der städtische Kindergarten Odershausen im Plankenweg 6 mit einem Tag der offenen Tür feierlich eingeweiht. Er bietet Platz für 75 Kinder. Die Baukosten betragen 542.000 €.

  • Der TSV Odershausen errichtet wegen gestiegener Mitgliederzahlen aus eigenen Mitteln einen größeren Anbau am vereinseigenen Sportheim.

  • Der von der Stadt Bad Wildungen angelegte neue Sportplatz am Junkerweg wird feierlich eingeweiht.

  • Die gemütliche Kneipe "Apfelbaum" folgt dem "Bulgaria" in der Wildunger Straße 38.

  • Dieter und Rolf Münch siedeln mit ihrer Dachdeckerfirma Münch von Albertshausen nach Odershausen um.
1977
  • Die befürchteten erheblichen Nachteile für Odershausen durch den Bau der Umgehungsstraße von Bad Wildungen als Südumgehung sorgen in der Odershäuser Bevölkerung für große Unruhe. In langwierigen Verhandlungen können die Bedenken aber zerstreut und mit dem Bau der Straße begonnen werden.

  • In und um Odershausen wird ein Schnadezug (Begang der Gemarkungsgrenzen) durchgeführt.
1978
  • Im April eröffnet der Wildunger Detlef (Dave) Badenhausen in dem Gebäude Wildunger Straße 38 die Musik-Pinte PEGASUS - eine Kneipe für junge Leute von 15 bis 35 mit Musik, Büchern und Spielen. Diese Kneipe erfreut sich sehr schnell großer Beliebtheit, auch weit über Bad Wildungen hinaus.

  • Am 2. September stirbt der langjährige Odershäuser Lehrer Wilhelm Mann im 100. Lebensjahr. Er wird von mehreren Generationen seiner ehemaligen Schüler geehrt.

  • Das Cafe Roseneck wird um eine Minigolfanlage erweitert.

  • Die Bäckersleute Wilke geben ihr Geschäft in Odershausen aus Altersgründen auf und gehen in den wohlverdienten Ruhestand.
1980
  • Die Schulen in Braunau und Odershausen werden zu Grundschulen für die Walddörfer.

  • Ein Schnadezug entlang der Gemeindegrenzen wird durchgeführt.

  • Die Schlagerband "Sunnies" trennt sich, weil es für die Musiker zu schwierig ist, Hobby und Arbeit miteinander zu verbinden.

  • Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) entsteht unter der Regie des Ortsbeauftragten Dieter Münch südwestlich von Odershausen Richtung Jägersburg im Kaltebornsbachtal die Hässelhütte (Grillhütte) als beliebter Treffpunkt der Odershäuser. Dort finden seitdem auch die Osterfeuer statt.
1981
  • Dieter Münch wird Mitglied des Ortsbeirates von Odershausen.
1984
  • Der Schützenverein Odershausen plant die Erweiterung seiner Anlage auf der Koppe zu einer zentralen Schießsportanlage. Nach einer Vereinbarung mit der Stadt Bad Wildungen werden die Räumlichkeiten so großzügig ausgelegt, dass sie auch als Gemeinschaftsräume für die Dorfbevölkerung genutzt werden können.
1985
  • Ortsvorsteher Alfred Hucke verkauft sein 1982 erbautes Haus im Warteblick 2 und auch seine Gärtnerei an der Ecke Blumenstraße/Wildunger Straße an Johannes Lewinsohn.

  • Erich Syring wird erster Vorsitzender der Gefriergemeinschaft Odershausen. Er übernimmt das Amt von Heinrich Knüppel.

  • Die Ylopan Folien GmbH, ein mittleres Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie, kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr  zurückblicken. Den Name "Ylopan" stammt von den Bayerwerken mit Wolff-Walsrode, zu denen das Werk gehört.
1986
  • Am Samstag, dem 21. Juni, öffnet die beliebte Kneipe Pegasus leider zum letzten Mal ihre Pforte mit einer großen Sommer-Fete unter dem Motto "The last Chance".
    Am 30. Juni ist dann das offizielle Ende gekommen. Grund dafür ist die Kündigung des Mietvertrages durch Daves Vermieter Herrn Schröder aus Odershausen.

  • Der Verein zur Erhaltung und Förderung des Roten Höhenviehs e.V. wird gegründet. Er widmet sich der Zucht der als "Kellerwaldrind" bekannten, bis dahin als gefährdet eingestuften Rinderrasse. Glücklicherweise kann die Gefährdung mit einem inzwischen stabilen Bestand abgewendet werden.
1987
  • Im Juni findet in Odershausen ein Fest des Posaunenchores statt, bei dem als Attraktion alte Schlepper ausgestellt werden. Die drei Dorfbewohner Gernot Guhde, Adolf Syring und Wolfgang Kramer haben zum ersten Mal die Idee, einen Verein zur Erhaltung von landwirtschaftlichen Geräten zu gründen.

  • Die Freiwillige Feuerwehr Odershausen zieht vom alten Gerätehaus am Pärrnerweg in den Neubau am Junkerweg gegenüber dem Sportheim um.

  • Im Herbst werden erste Vorbereitungen getroffen, in Odershausen einen Tennisverein zu gründen. Die Siege der deutschen Tennisstars Steffi Graf und Boris Becker haben zu einem regelrechten "Tennisfieber" geführt.

  • Am 6. Dezember findet die erste Zusammenkunft der historisch Interessierten im Gasthaus "Zum Helenental" in Odershausen statt, um die Gründung eines Vereins in Erwägung zu ziehen.
1988
  • Schlepper-Ausstellung mit 20 Traktoren an der Hässelhütte in Odershausen, organisiert von den Schlepperfreunden-Auenberg
  • Die Vorbereitungen für die Vereinsgründung des VEHLT laufen; ein Vereinsschild und ein Vereinswappen werden entworfen und hergestellt.

  • Am 16. September wird der Tennisverein 1988 Odershausen e.V. gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wird Harald Börner gewählt.
1989
  • Die Vereinsgündung "Verein zur Erhaltung historischer Landmschinen und Traktoren Odershausen 1989 e.V." (Abkürzung VEHLT) findet am 28. Januar im Gasthaus "Roseneck" in Odershausen statt.
     
  • Beschluss zur Annahme der ersten Vereinssatzung des Vereins VEHLT

  • Einige Odershäuser gründen aufgrund von Unstimmigkeiten als Alternative den Verein "Schlepperfreunde Auenberg Odershausen". Die Gründer sind Helmut Schweinsberg, Rainer Gimbel, Stefan Daude, Wolfgang Kramer, Heinrich Dietz und Karl-Heinz Kramer.

  • Der Tennisverein 1988 Odershausen beginnt mit den Bauarbeiten an der Tennisanlage mit zwei Tennisplätzen auf dem kircheneigenen Grundstück am Junkerweg.
1990
  • Udo und Dorothee Collet aus Köln erwerben das Ylopan-Werk am Eichenköppel. Dort werden seitdem ausschließlich Folien hergestellt.

  • Dreschfest in Odershausen mit Schlepper- und Maschinenausstellung
  • Mitwirken beim Dreschfest in Bergheim mit Schlepper- und Maschinenausstellung
  • Dreschfest in Reinhardshausen mit Ausstellung

  • Im Juni nimmt der Tennisverein 1988 Odershausen seinen Spielbetrieb auf den beiden neuen Tennisplätzen auf.
1991
  • Feldbestellung mit Schlepper- und Maschinenausstellung in Odershausen
  • Dreschfest mit Ausstellung in Reinhardshausen
  • Mitwirken an der 700-Jahr-Feier in Braunau mit Ausstellung
  • Ausstellung beim Kram- und Viehmarkt in Bad Wildungen
  • Der Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Traktoren e.V. Odershausen erwirbt die Meyersche Scheune auf dem Grundstück Wildunger Straße 3.

  • Der TSV 1920 Odershausen bildet mit dem Sportverein Braunau eine Spielgemeinschaft, um den Fußball attraktiver zu machen.

  • Das Werk Ylopan am Eichenköppel gehört nun als selbständige Einheit zur EBK Kunststoffe GmbH, die wiederum in die mittelständische Familiengruppe Collet intergriert ist. Der Personalbestand wird auf fast 100 Mitarbeitende vergrößert.
1992
  • Dreschfest in Reinhardshausen mit Ausstellung
  • Ausstellung beim Kram- und Viehmarkt in Bad Wildungen
  • Mitwirken an der 1150-Jahr-Feier in Wabern mit Dreschen und Ausstellung
  • Ausstellung zusammen mit den "Käfer-Freunden" zur 700-Jahr-Feier in Bad Wildungen, Mitwirken beim großen historischen Festzug quer durch die Wildunger Geschichte
  • Mitwirkung an der 1150-Jahr-Feier in Bad Zwesten mit Dreschen und Ausstellung
1993
  • Dieter Münch wird stellvertretender Ortsvorsteher.

  • Veranstaltung "Ernten einst und heute" mit Ausstellung in Odershausen
  • Dreschfest zusammen mit den "Käfer-Freunden" und Ausstellung in Reinhardshausen. Diese Veranstaltung wird in Verbindung mit dem Frühschoppen in Kassel-Calden im dritten Programm des hr-Fernsehens übertragen.
  • Teilnahme am mittelalterlichen Markt in Korbach mit zwei Verkaufsständen, einer Schmiede und einem Weinstand. Alle Vereinsmitglieder tragen dabei Waldecker Bauernkittel oder Waldecker Tracht.

  • In Odershausen wird der „Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft Odershausen e.V.“ (VFD) gegründet. Dieser gemeinnützige Verein ist ein Zusammenschluss der zurzeit 18 Odershäuser Vereine und Gruppen. Ziel ist es, mit verschiedenen Aktionen das Leben auf dem Dorf attraktiver zu  gestalten, das Miteinander zu fördern und somit der Landflucht und der demographischen Entwicklung entgegenzusteuern.
1995
  • Im April weiht der Tennisverein TV 1988 Odershausen e.V. seinen dritten Tennisplatz ein, nachdem sehr stark ansteigende Mitgliederzahlen diese Maßnahme erforderlich machen.
1996
  • Klaus Arend gründet den Skatclub "Odershäuser Buben e.V." und ist auch erster Vorsitzender. Einmal pro Woche wird im Vereinslokal Roseneck Skat gespielt.
1997
  • Dieter Münch wird in Odershausen zum Ortsvorsteher gewählt.

  • Nach einem umfangreiche Ausbau wird die Sanierung der Museumsgebäude abgeschlossen und das "Lebendige Museum" fertiggestellt.

  • Fritz Wabra überlässt die große alte Dampfmaschine Lokomobile dem Lebendigen Museum Odershausen als Dauerleihgabe.

  • Im November erhält die Schule von Odershausen nach der Einweihung des erweiterten und renovierten Schulgebäudes den offiziellen Namen "Auenbergschule". Dieser Name leitet sich vom Auenberg ab, der den geographischen Mittelpunkt der Walddörfer darstellt, deren Kinder die Auenbergschule besuchen.
1998
  • In Odershausen wird hinter dem Sportheim und dem Kindergarten Richtung Braunau ein neues Baugebiet erschlossen. Innerhalb weniger Monate wird das Gelände bebaut.

  • Im Oktober gibt der Waldeckische Geschichtsverein e.V. Bad Arolsen den Band 61 "Odershausen" der Waldeckischen Ortssippenbücher heraus. Der Bearbeiter ist Helmut Löwer.
1999
  • In der Gemeinde Odershausen gibt es nur noch 4 Bauern, die Milch liefern und die als offizielle Milchlieferanten geführt werden. Das sind Wilhelm Kraft, Karin Knüppel, Erich Syring und Heinrich Debes.

  • In Odershausen wird der Verein der "Freunde und Förderer der Auenbergschule e.V." gegründet. Er unterstützt die Schule mit Lehr- und Hilfsmitteln, die wegen fehlender öffentlicher Mittel nicht vom Schulträger zur Verfügung gestellt werden können.
2002
  • Odershausen nimmt am Regionalentscheid des Kreises Waldeck-Frankenberg mit dem Titel "Unser Dorf" in der Gruppe der nicht dorferneuerten Gemeinden teil und gewinnt den Wettbewerb sensationell. Damit ist Odershausen im kommenden Jahr für den Landesentscheid qualifiziert.
2003
  • In dem 31. Landesentscheid "Unser Dorf" wird Odershausen völlig überraschend als dritter Sieger ausgezeichnet.
     
  • In und um Odershausen wird ein Schnadezug (Begang der Gemarkungsgrenzen) durchgeführt.
2005
  • Im Februar wird in Odershausen die neue Eineinhalbfelder-Turnhalle in Schulnähe am Ortseingang an der Wildunger Straße feierlich eingeweiht.

  • Am 13. Mai sendet das hr-Fernsehen einen Beitrag mit dem Titel "Das Lebendige Museum Odershausen". Das ist der allererste Fernsehbeitrag des Hessischen Rundfunks, bei dem das Fernsehen zu Gast im Lebendigen Museum ist.

  • Als Teil des Naturerlebnispfades, einem Projekt für die Landesgartenschau im nächsten Jahr, wird auf dem Gelände der Jägersburg eine Schutzhütte erbaut. Außerdem wird der alte Burgbrunnen freigelegt, wieder neu aufgebaut und mit einem Dach versehen.
2006
  • Bad Wildungen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bad-Jubiläum.

  • Vom 15. April bis 3. Oktober findet in Bad Wildungen unter dem Motto: "Natürlich gut" die Landesgartenschau statt. Bereits am 8. April stellt Susanna Frese offiziell das Landesgartenschau-Logo von Odershausen vor.

  • Am 3. Mai wird in der Sendung "Rucksack - Für Wanderfreunde" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) unter der Überschrift "Kellerwald und Edersee" ein Beitrag zum Museum in Odershausen gesendet.
     
  • Teilnahme an der 700-Jahr-Feier in Wetterburg
     
  • Mitwirken beim Erntefest in Wellen und bei der Kartoffelernte in Reinhardshausen
     
  • Am 13. Oktober wird vom hr-Fernsehen im dritten Programm einen Beitrag mit dem Titel "Museum Odershausen - Kennen Sie Schepperlinge?" ausgestrahlt.
     
  • Einrichten des Obergeschosses des Museums und Fertigstellen des Kelterstübchens
     
  • Installation eines Aufzugs im Museum
     
  • Die große alte Dampfmaschine Lokomobile wird generalüberholt und mit einem neuen Anstrich versehen.

  • Homepage des Lebendigen Museums
    Die Einrichtung einer Museumshomepage geht auf die Initiative von G. Ravensburg zurück. Der fragt beim Vereinsvorsitzenden des VEHLT Gernot Guhde nach, warum das Lebendige Museum nicht im Internet zu finden sei. Da es bislang aber noch keine eigene Homepage gibt, wird das Projekt von beiden gemeinsam mit großem Elan in Angriff genommen. Die Domain mit dem besonderen Namen "lebendigesmuseum.de" wird am 10. Oktober registriert.
     
  • "Dörflicher Adventszauber" - die erstmals im Dezember durchgeführte Veranstaltung, zieht viele Besucher an und ist ein voller Erfolg.
2007
  • Am 1. Januar ist zum ersten Mal die museumseigene Homepage "lebendigesmuseum.de" online im Internet abrufbar.

  • Bei der Jahreshauptversammlung am 2. Februar wird die zweite überarbeitete Fassung der Vereinssatzung des VEHLT beschlossen und einstimmig angenommen. Der langjährige Vereinsvorsitzende Gernot Guhde gibt seinen Vorsitz aus Altersgründen und wegen privater Verpflichtungen auf. Zum neuen Vorsitzenden wird Heinrich Frese gewählt.

  • Teilnahme am 10. Juni an der 4. Nationalen Lauterbacher Kaltblutpferdeschau mit Austellung und Vorführung einer Getreidemähmaschine mit Selbstablage (Flügelmäher), eines Gabelheuwenders und eines Pferderechens

  • Der langjährige Ortsvorsteher Dieter Münch stirbt am 17. Juli im Alter von 68 Jahren. Über viele Jahrzehnte hinweg prägte er aktiv die Entwicklung seines  Heimatortes.

  • Mitwirkung des Museums am 22. Juli beim Ernteeinsatz in Borken-Trockenerfurth zur Vorbereitung für die 750-Jahr-Feier im nächsten Jahr
     
  • Teilnahme am 2. September an der 900-Jahr-Feier in Allendorf (Eder)
     
  • Teilnahme am 22. und 23. September am Kartoffelfest in Reinhardshausen - Austellung von Geräten und Maschinen für den Kartoffelanbau. Den Gästen wird Kulinarisches aus der Kartoffel angeboten.

  • Am 14. November nötigt der Verwaltungs-Verlag GmbH München dem Lebendigen Museum Odershausen einen teuren Lizenzvertrag für einen klitzekleinen Kartenausschnitt ab, der auf der Museumshomepage eingestellt ist.
2008
  • Historische Feldbestellung am 18. Mai im Vorfeld der 700-Jahr-Feier von Odershausen

  • Am 21. September findet ein historischer Erntetag statt, bei dem unter anderem die im Frühjahr gepflanzten Kartoffeln mit Hilfe alter Maschinen und eines Pferdegespanns geerntet werden. Auch dieser besondere Erntetag gilt als Vorveranstaltung zur 700-Jahr-Feier im nächsten Jahr. 
2009
  • Teilnahme am 1. Mai an dem Traktorentreffen des Kultur- und Technik-Clubs Wohratal mit der LANZ-Lokomobile und dem LANZ-Traktor

  • In der Festwoche zur 700-Jahr-Feier von Odershausen vom 17. bis 24. Mai finden diverse Aktivitäten rund um das Museum statt. Der Themenschwerpunkt ist "Schafschur & rund um die Wolle". Dabei werden vom Hessischen Rundfunk auch Filmaufnahmen im Museum gemacht.
     
  • Am 14. Juni nimmt das Museumsteam an der Veranstaltung "800 Jahre Wega" teil und zeigt eine Dreschvorführung mit der großen Dreschmaschine (Fabrikat Fa. Carl Geringhoff).

  • Teilnahme am 3. Oktober an der Messe der Direktvermarkter im Wildunger Kurpark bei der Wandelhalle. Am großen Spezialitätenstand gibt es frisches Weckewerk mit Kartoffeln. Unser Museum ist mit einer großen Ausstellung zum Thema "Erntezeit" und mit Vorführungen verschiedener Dreschmaschinen und Geräte eine der Hauptattraktionen auf dem Gelände.
2010
  • Mitgestaltung des 100-jährigen Firmenjubiläums des Hofbrauhauses Brüne in Bad Arolsen am 8. und 9. Mai. Thema: "Die Braugerste" - Austellung und Betrieb von Gerät und Maschinen zur Bodenkultur, Aussaat und Drusch.

  • Teilnahme am 33. Internationalen Museumstag am 16. Mai unter der Fragestellung "Wie entsteht Filz aus Schafwolle?" Dabei geht es um die Herstellung von Filz zu Dekorationsartikeln, Taschen, Kleidung, usw.

  • Das Lebendige Museum Odershausen ist ab Juni auf der Internetseite des Hessischen Museumsverbandes www.museen-in-hessen.de präsent. Es wird darauf ausführlich beschrieben und ist mit Fotos und Kontaktinfos abrufbar.

  • Am 5. September findet in Willingen die 4. Direktvermarkter-Messe statt. Das Museumsteam zeigt den Besuchern eine Ausstellung von Geräten zum Kartoffelanbau und bietet Dämpfkartoffeln mit Waldecker Weckewerk und saurer Gurke an.

  • Mitwirken am 12. September in Volkmarsen an der Veranstaltung "25 Jahre Heimat- und Geschichtsverein Volkmarsen" mit einer Ausstellung zum Kartoffelanbau, wobei Kinder die Kartoffelsortiermaschine bedienen können.

  • Wie auch im letzten Jahr wieder Teilnahme am 3. Oktober an der Direktvermarkter-Messe im Kurpark von Bad Wildungen mit einer Ausstellung und Vorführung zum Thema "Flachsanbau und -verarbeitung" und zusätzlich einer Ausstellung zur Kartoffel unter dem Motto "Die tolle Knolle".
2011
  • Teilnahme am Traktorentreffen des Kultur- und Technik-Clubs Wohratal am 1. Mai. Es findet dort ein Schauschmieden und Schmieden mit Kindern statt.

  • Am 9. Mai leben in Odershausen 1197 Einwohner.

  • Teilnahme am 34. Internationalen Museumstag: "Künstlerisches Gestalten von Ton und Farbe"

  • Am 19. Juni findet der Kindererlebnistag in Bad Arolsen-Massenhausen statt. Das Museum ist mit fleißigen Mitgliedern vor Ort und präsentiert eine Ausstellung von Maschinen und Geräten zum Kartoffelanbau. Kinder bedienen die Kartoffelsortiermaschine und lernen so spielerisch die Maschinen und Geräte zum Anbau, der Pflege, Ernte und Sortierung kennen.

  • Studiofest Hessischer Rundfunk am 10. September im hr-Studio Kassel - "Waffeln backen wie zu Omas Zeiten" dazu eine Ausstellung von historischen Geräten zum Waffelnbacken, auch Besucher dürfen backen. Außerdem: "Alles um die tolle Knolle" es gibt Dämpfkartoffeln mit Waldecker Weckewerk und saurer Gurke dazu eine Ausstellung von historischen Geräten zum Kartoffelanbau.

  • Mitwirken am 3. Oktober an der Direktvermarkter-Messe im Kurpark von Bad Wildungen mit einer Ausstellung. Es gibt wieder Dämpfkartoffeln mit Waldecker Weckewerk und saurer Gurke oder mit Kräuterdipp.

  • Am 31. Oktober wird Margarethe Daude nach über 40 Dienstjahren als Küsterin in der Odershäuser Kirche im Rahmen des Gottesdienstes zum Reformationstag feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
2012
  • Beim TSV 1920 Odershausen überlegt man, das alte Sportheim im Junkerweg 4 abzureißen und an gleicher Stelle ein neues zu errichten.

  • Wilfried Ulrich gibt nach 52 Jahren den Posten des Geschäftsführers der Gefriergemeinschaft Odershausen ab. Neue Geschäftsführerin ist Gerda Syring.

  • Der Verein der Schlepperfreunde Auenberg Odershausen e.V. wird ins Vereinsregister in Fritzlar eingetragen.

  • Die Schlepperfreunde Auenberg pachten von der Gefriergemeinschaft den hinteren Teil des Gemeinschaftskühlhauses am Feuerteich als Vereinsheim. Die große Kühlanlage mit den 60 Gefachen wird ausgebaut und eine Zwischenwand eingezogen. Seitlich am Gebäude entsteht ein separater Eingang für die Schlepperfreunde. Im vorderen Teil bleibt die Kühlanlage für die 11 Gefache in Betrieb und wird weiter von der Gefriergemeinschaft genutzt.
2013
  • Teilnahme am 36. Internationalen Museumstag, der dieses Mal unter dem Motto steht: "Vergangenheit erinnern - Zukunft gestalten: Museen machen mit!"

  • Mitwirken an der 750-Jahr-Feier Schiffelbach am 2. Juni im Rahmen des Stehenden Festzuges.
2014
  • Am 7. November stirbt Dieter Vogel im Alter von 73 Jahren, einen Tag vor seinem 74. Geburtstag. Dieter Vogel war viele Jahre lang mit Leib und Seele der Betreuer der Fußball-Jugendmannschaften des TSV 1920 Odershausen.

  • Mitwirken an der 750-Jahr-Feier Schiffelbach am 2. Juni im Rahmen des Stehenden Festzuges.
2015
  • Am 26. August ist in der HNA zu lesen, dass das Ylopan-Werk in Odershausen 22 von seinen 70 Beschäftigten entlässt, weil der Betrieb zu wenig Arbeit hat. Das ist fast ein Drittel der Belegschaft.

  • Der Schützenverein 1910 Odershausen weiht im Schützenhaus seine neue elektronische Schießanlage mit 10 Schießbahnen ein, die dem modernsten Stand der Technik entsprechen.

  • Am 31. Dezember hat Odershausen 1289 Einwohner.
2016
  • Am 8. Mai geht Odershausen tatsächlich in die Geschichtsbücher ein, denn rund um den kleinen Ort findet ein sensationeller Weltrekord statt, der im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet und damit ganz offiziell ist:

    Die längste Oldtimer-Traktorenparade der Welt mit 1430 Treckern, jeder mindestend 30 Jahre alt!

    Die Schlepperfreunde-Auenberg haben dieses sensationelle, wahnsinnige und atemberaubende Spektakel mit Teilnehmern aus ganz Deutschland möglich gemacht. Das ganze Dorf ist im absoluten Ausnahmezustand, das Fernsehen berichtet live! Und auch das Lebendige Museum ist mit einem Sonderöffnungstag dabei.

  • Das hr-Fernsehen dreht am 7. und 8. Dezember im Museum einen 90-Minuten-Beitrag zum hr-Jahresrückblick 2016. Dazu wird von den Aktiven des Museumsvereins im Museumshof ein kleiner vorweihnachtlicher Markt aufgebaut. In der Museumsküche werden Bratäpfel zubereitet und Waffeln gebacken und dazu bei vorweihnachtlicher Musik Apfelglühwein angeboten. Feuerakrobaten bringen besonderes Licht ins jahreszeitliche Dunkel. Ausgestrahlt wird der Fernsehbeitrag dann am 21. Dezember um 20.15 Uhr.
2017
  • Teilnahme an der großen 1200-Jahr-Feier in Bad Zwesten vom 25. bis 27. August, die unter dem Motto "früher und heute" steht.
    Die Aktiven des Lebendigen Museums sind mit umfangreichen Gerätschaften vor Ort. Die große Dreschmaschine, der Lanz-Bulldog und die Windfege werden ausgestellt und dem Publikum vorgestellt. Die Feldschmiede und auch die Kartoffelsortiermaschine werden den vielen anwesenden Zuschauern sogar in voller Aktion gezeigt.

  • Im September wird in der Nähe des Atzelborns an der Straße "An der Koppe", kurz hinter dem Abzweig des Dörnbachwegs eine Schautafel zur langen Geschichte des ältesten Dorfbrunnens von Odershausen aufgestellt. Vorher wurde der verschüttete Brunnen, der direkt neben dem Kaltebornsbach liegt, von Karl Knüppel von Schutt und Unrat befreit und bis ca. 2 Meter Tiefe freigelegt. Mit Hilfe der Stadt Bad Wildungen wurde der Atzelborn mit Sandsteinen anschließend neu gefasst.
2018
  • Am ersten Juliwochenende wird in Odershausen die Kirmes zum 37. Mal gefeiert.

  • Am 17. August lädt der Hessische Rundfunk zur Lifesendung "Hallo
    Hessen" ein. Einige Bereiche des Lebendigen Museums werden in dem Zusammenhang vom Vereinsvorsitzenden Heinrich Frese und von Erika Lakomy vorgestellt.

  • Teilnahme an der Treckerausstellung in Rosenthal am 7. bis 9. September, wobei dabei die Schmiede gezeigt und vorgeführt wird.
2019
  • Im November wird das alte Pfarrhaus im Pärrnerweg 7, das sich im Privatbesitz der Familie Schäfer befindet, zu einem Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen. Es kann von Gruppen und Vereinen genutzt werden.

  • Anfang Dezember beginnt man beim TSV 1920 Odershausen mit den Erd- und Betonarbeiten zum Bau des neuen Sportheims im Junkerweg 4. Noch vor Weihnachten soll die Fertigstellung der Bodenplatte beendet werden.
2020
  • Weltweite Corona-Pandemie
    Zum ersten Mal seit Bestehen des Lebendigen Museums kann es für Besucher nicht geöffnet werden Alle geplanten Öffnungssonntage müssen schon im Vorfeld abgesagt werden. Auf der Homepage steht in großen roten Buchstaben "Geschlossen wegen der CORONA-Pandemie".

  • Wann und wie es im nächsten Jahr weitergehen kann, steht in den Sternen. Die fehlenden Einnahmen werden jedoch ganz sicher zu Problemen führen.

  • Im März feiert man beim TSV 1920 Odershausen das Richtfest des neuen Sportheims. Der Bau kommt mit großer Eigenleistung vieler Odershäuserinnen und Odershäuser zustande, die meistens am Wochenende stattfindet. Nach Architektenschätzung wird das Sportheim 450.000 Euro kosten. Neben dem Eigenkapital des Vereins und großer Eigenleistung kommen rund 90.000 Euro von der Stadt, dem Kreis und dem Landessportbund.

  • Im Juni feiert der TSV 1920 Odershausen sein 100-jähriges Jubiläum.

  • Martin Kraft hält eine kleine Herde von Kellerwaldrindern (Rotes Höhenvieh). Mit seiner Herde ist er der letzte ortsansässige Rinderhalter ("Kellerwaldrind vom Auenberg") im Dorf.

  • Im Ort Odershausen leben 1331 Einwohnerinnen und Einwohner.
2021
  • Weltweite Corona-Pandemie (immer noch!)
    Die Pandemie dauert an. Alle geplanten Öffnungssonntage werden erneut abgesagt. Auf der Homepage sind Corona-Infos dazu abrufbar.

  • Ob das Museum dieses Jahr noch geöffnet werden kann, ist ungewiss. Das hängt stark von den Inzidenzzahlen ab. Die Verantwortlichen des Museums bemühen sich bei der Stadt Bad Wildungen und dem Land Hessen um finanzielle Unterstützung.

  • Durch Corona gerät der Verein VEHLT in eine akute finanzielle Notlage. Notwendige Investitionen (neue Brandschutzmeldeanlage, Erneuerung einer Balkenlage, Renovierung der Außenfassade) können wegen der coronabedingten Zwangspause des Museums nicht durch Einnahmen gedeckt werden. Es droht nach über 30 Jahren zum ersten Mal die Insolvenz des Vereins, der durch so viel ehrenamtliches Engagement so viel zur kulturellen Identität der Region beigetragen hat.

  • Am 22. Oktober erhält das Museum nach Ünterstützung durch die Wildunger Landtagsabgeordnete C. Ravensburg mehr als 31.000 € aus Bundesfördermitteln und die Stadt Bad Wildungen übernimmt die notwendige Kofinanzierung für das Förderprogramm. Die WLZ meldet die Schlagzeile: "Das Museum ist aus der Bredouille - Geldspritze für Trägerverein zum Erhalt historischer Landmaschinen".
2022
  • Weltweite Corona-Pandemie (noch keine Besserung in Sicht!)
    Die Pandemie dauert leider noch immer an. Alle geplanten Öffnungssonntage werden wieder einmal abgesagt. Auf der Homepage sind wieder Corona-Infos abrufbar.

  • Ob das Museum dieses Jahr nun endlich wieder geöffnet werden kann, ist unklar. Das hängt stark von den Inzidenzzahlen und den auftretenden Virusmutationen ab.

  • Ukraine-Krieg
    Im Februar beginnt mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine der Ukraine-Krieg. Seine gravierenden Folgen für die Wirtschaft, für die Entwicklung der allgemeinen Lebenshaltungskosten und vor allem für die Energiekosten bieten denkbar schlechte Voraussetzungen für den Verein VEHLT und den dauerhaften Betrieb des Lebendigen Museums.

  • Ein Veranstaltungsreigen mit Traktorenaustellung, Schützenfest und den ersten Waldecker Holztagen lockt am letzten Maiwochenende 4300 Besucherinnen und Besucher nach Odershausen.

  • Im Juni findet zum ersten Mal wieder ein Öffnungssonntag statt. Von August bis Oktober folgen dann noch weitere Öffnungssonntage. Die Erleichterung ist bei allen Aktiven und allen Freunden des Lebendigen Museums groß! Nur an 4 von 7 Sonntagen im Jahr kann das Museum also für die Besucher geöffnet werden - wenigstens ein kleiner Erfolg!
2023
  • Für dieses Jahr sind wieder Öffnungssonntage von Mai bis Oktober geplant. Der "Schlachtetag im Waldeckischen" im November soll jedoch entfallen.

  • Am 19. Januar erscheint nach drei Jahren endlich wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm auf der Homepage des Museums wie es vor der Pandemie war.

  • Im Mai stimmt das Wildunger Stadtparlament dem Vorhaben zu, den Schulweg von der Ense-Schule in Bad Wildungen bis zum Ortseingang von Odershausen zu beleuchten. Das Projekt „Nahmobilität Wildunger Straße“ wird mit 457.600 € veranschlagt.

  • Am 8. Juni (Fronleichnam) wird das neue Naturerlebnisbecken seiner Bestimmung übergeben. Es ist über den Wanderparkplatz Spitzegrund im Kaltebornsbachtal erreichbar. An der Stelle des alten Wassertretbeckens ist mit großer Eigenleistung der Odershäuser Bevölkerung und finanzieller Hilfe der Stadt Bad Wildungen ein "Weg der Sinne" entstanden.

  • Am 2. Dezember findet in der Weihnachtszeit nach vielen Jahren (zuletzt 2006) wieder ein nostalgischer Adventszauber statt. Es gibt Bratäpfel, Weihnachtsplätzchen, Waffeln, Glühwein, Kinderpunsch und viele andere Leckereien. Die WLZ-HNA-Wintertour macht Halt im Museum und Reporter und Reporterinnen sind vor Ort.
2024
  • Den Verein VEHLT plagen Nachwuchssorgen. Viele der Älteren unter den Aktiven können aus gesundheitlichen Gründen bei den Veranstaltungen des Museums nicht mehr wie bisher mithelfen und verabschieden sich in den Ruhestand. Die jüngsten Vereinsmitglieder sind nun auch schon mindestens 60 Jahre alt. Es fehlen junge Leute im Verein.

  • Auch in diesem Jahr muss der "Schlachtetag im Waldeckischen" im November aus Personalmangel entfallen.

  • Der Plan der Speisen an den Öffnungssonntagen muss aus Aufwands-, Personal- und Kostengründen überarbeitet werden. Das Essen wird  "abgespeckt", es wird nur noch eine Hauptmahlzeit angeboten.

  • Am 4. April wird die Domain www.odershausen.de von G. Ravensburg  freigegeben und an den Webmaster der Ortshomepage von Odershausen übertragen.

  • Am 1. Mai ab 10.00 Uhr öffnet die Kneipe "Abseits" im Junkerweg 7 in Odershausen in den Räumlichkeiten des neuen Sportheims des TSV 1920 Odershausen.

  • In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli werden von unbekannten Tätern von Privatgrundstücken zwei Autos Audi Q5 entwendet. Die Polizei sucht Zeugen.

  • Schon im August gerät die Kneipe im neuen Sportheim des TSV Odershausen bereits ins Abseits und muss wieder geschlossen werden, weil für das Sportheim keine diesbezügliche Nutzungsgenehmigung vorliegt. Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert.
2025
  • Die Gefriergemeinschaft Odershausen besteht nach wie vor. Von den Gefriergefachen sind noch 11 in Betrieb und vermietet.

  • Am 1. März wir in der Marburger Straße 6 ein Tiergesundheitszentrum offiziell eröffnet. Dort befand sich früher einmal der große Saal der Gaststätte Wollmert (später Jägersburger Hof).

  • Am Morgen des 4. März werden am südwestlichen Ortsrand von Odershausen, in der Nähe der Straße am Dickersberg, im Gatter von Martin Windolph zwei Kälber aus der gut 20 Tiere umfassenden Damwildherde tot aufgefunden. Der Besitzer der Herde, der dort seit acht Jahren die asiatischen Hirsche auf einer großen, eingezäunten Fläche als Hobby und für den Eigenbedarf hält, geht wegen des Gesamtbildes von einem Wolfsangriff aus.

  • Am 16. August veranstaltet der Schützenverein 1910 Odershausen e.V. im Schützenhaus sein Sommerfest.

  • Auf dem Dorfplatz an der Turnhalle findet  am 30. August das Odershäuser Dorffest statt. Veranstalter ist der Ortsbeirat Odershausen zusammen mit dem VFD (Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft Odershausen e.V.).

  • Am Spätnachmittag des 27. Oktober löst auf der Umgehungsstraße B253 bei Odershausen Richung Frankenberg hinter dem Abzweig Braunau ein brennender Schlepper einen umfangreichen Feuerwehreinsatz aus. Hohe Flammen schlagen aus dem Gespann Trecker mit angehängtem Mulcher als die Feuerwehren aus Bad Wildungen, Odershausen und Braunau am Einsatzort ankommen. Für eineinhalb Stunden wird die Straße gesperrt und der Brand gelöscht. An den landwirtschaftlichen Geräten entsteht jedoch Totalschaden.

  • Am 29. November findet im Museum wieder der "nostalgische dörfliche Adventszauber … wie vor 100 Jahren" statt. 

Verwendete Quellen (u.a.):
Zusammengetragen von GRav ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Tabelle ist Bestandteil der Homepage "Das Lebendige Museum Odershausen" [.../Geschichte/Chronologie der Ereignisse].